How to…ein Gespräch mit Ji Su Kang-Gatto

Ji Su Kang-Gatto

Wenn Traditionen neu definiert werden — aus der Perspektive der Künstlerin

Sojasprossen kochen in sprudelndem Wasser. Chili, Frühlingszwiebeln und Shrimps werden dazugegeben. Schnittgeräusche im Hintergrund. Knoblauch wird untergerührt.
Cut.

Ji Su Kang-Gatto, How to cook Ramyun, Videostill, 2019.

How to cook Kongnamul Gukbap (2019) ist das letzte Video aus der 24-teiligen Serie Identities und Recipes der Künstlerin Ji Su Kang-Gatto. Über einen Zeitraum von zwei Jahren hat sie monatlich auf dem YouTube-Kanal ein neues „How to cook/make…“ – Video hochgeladen, in dem sie koreanische Gerichte zubereitet. Alle, die an einem Koch-Tutorial interessiert sind und sich auf eine step-by-step-Anleitung freuen, werden allerdings verwundert sein; auch wenn die Künstlerin in ihren Videos den Koch- und Zubereitungsprozess filmisch festhält, so wird den Zuschauenden schnell klar, dass es sich hierbei um eine künstlerische Arbeit handelt, die einen in ihren Bann zieht. Ein Werk, in dem die Künstlerin persönliche Erfahrungen als Deutsch-Koreanerin und ihre Gedanken mit einfließen lässt. So gestalten sich die öffentlichen Videos als ein intimer biografischer Prozess, in dem sich die Künstlerin mit ihrer Identität auseinandersetzt. Die Zuschauenden  werden mit abstrahierten Zutaten, wie z.B. ein, von der Künstlerin gefertigtes, plastisches Suppenhuhn, und veränderten Kochutensilien konfrontiert, die am Anfang befremdlich wirken. Man wird durch den minimalen Gebrauch von Klang und der geschaffenen, fast schon intimen Stille  durchs Video geführt, wodurch der Fokus auf dem visuellen Aspekt liegen bleibt. Durch die kulturell-kulinarische Komponente verleiht Ji Su Kang-Gatto der Arbeit einen persönlichen Rahmen, der die Neugier auf die Vielfalt des Geschmacks weckt und kochen in einem privaten Zusammenhang zeigt, der sich losgelöst von Stigmata bewegt.

„Das Ganze ist eine Suche. Es ist nicht so, dass ich mich hinsetze und dann beschließe Kunst zu machen oder mich mit meiner Identität auseinander zu setzen. Es ist eher so, dass das Eine die Ursache für das Andere ist und umgekehrt. Meine Arbeit ist biografisch, weil ich vor allem etwas Authentisches produzieren will. Ich werde oft gefragt, ob ich sonst im Alltag auch gern und oft koche. Richtig gern habe ich nie gekocht. Es gibt immer wieder Phasen, in denen ich es brauche zu kochen und irgendetwas verarbeiten muss, aber ich koche als Mittel zum Zweck. Mit (koreanischem) Essen verbinde ich Erinnerungen, die grundlegend für die Narration meiner künstlerischen Arbeit sind.“

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Ji Su Kang-Gatto, How to make Subak Hwachae, Videostill, 2019.

How to cook Kongnamul Gukbap beginnt mit einem Ausschnitt einer Wand mit zugezogenen, beigefarbenen Gardinen. Von rechts tritt eine Hand ins Bild, die am Gardinenstoff entlangfährt.

Cut.

Die Gardinen werden nach links und rechts geöffnet und in Gardinenschlaufen gehangen. Den Zuschauenden öffnet sich ein blindes Fenster.

Cut. 

Ji Su Kang-Gatto greift hier das in der Kunstgeschichte beliebte Fenstermotiv auf. Das Fenster als Metapher einer Trennung zwischen Innen und Außen, zwischen Wirklichkeit und Bild. Die Künstlerin eröffnet den Zuschauenden mit dem Öffnen der Gardinen den Blick in ihre Privatsphäre, in ihre Welt. Allerdings nur auf einer metaphorischen Ebene, da sich hinter dem Vorhang kein Fenster verbirgt, sondern eine Wand.

Während dieser Szenen ist es vollkommen Still. Erst im nächsten Schnitt ist ein Wasserplätschern zu hören. Sound und Sprache setzt Ji Su Kang-Gatto nur minimal ein. „Die Stille war mir am Wichtigsten […] Das Bild sollte im Vordergrund stehen […]“1. Der Umgang der Künstlerin mit Toneffekten lässt die Zuschauenden eintauchen in ihre Erinnerungen, ihre Erfahrungen und in ihre Identität. Diese, in dem Fall visuelle Erfahrung, soll wahrgenommen werden. Der Fokus liegt durch das Fehlen von Geräuschen auf dem Wesentlichen, dem Bild.  Nicht nur das letztendliche Gericht, vielmehr der Prozess des Kochens und die einzelnen Komponenten, die dafür nötig sind, ergeben die Zutaten ihrer Identität. Das Kochen macht weniger sie als Person aus, sondern stellt ein Instrument dar, in dem sie ihre Erfahrungen, Gedanken und einen Teil ihrer kulturellen Wurzeln verarbeiten kann. 

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Zurzeit arbeitet sie an einem Film mit dem Titel 8998, den sie bereits im Sommer 2019 gedreht hat und stilistisch an die YouTube-Videos anlehnt. In 8998 “[versucht sie] […] mit [ihrer] bisherigen Arbeitsweise zu brechen und an einigen Stellen einen anderen Umgang mit Sound und Sprache zu finden.“ 

„In 8998 thematisiere ich nicht nur meine Biografie, sondern ebenfalls die meiner Schwester. Während ich in Korea geboren und in Deutschland aufgewachsen bin, ist meine Schwester Ji Hoe, die neun Jahre jünger als ich ist, in Deutschland geboren, aber in Korea aufgewachsen.“

Die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Identität ist für sie unumgänglich. Das Gefühl des Fremdseins ist ihr sowohl in Deutschland als auch in Korea stets präsent.

„Meine Familie wohnt mittlerweile seit einigen Jahren wieder in Südkorea. Ich vermisse sie und manchmal habe ich dadurch das trügerische Gefühl Korea zu vermissen. Dem ist aber nicht so. Andererseits bin ich seit meinem zweiten Lebensjahr in Deutschland sozialisiert und Deutsch ist die Sprache, in der ich mich am Besten verständigen kann, jedoch habe ich vor allem in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass die von mir empfundene Selbstverständlichkeit hier zu sein, von vielen nur geduldet oder gar abgelehnt wird.“

Essstäbchen, in Fingerform mit rot lackierten Nägeln.

Cut.

Plastische Hände in verschiedenen Farben und Formen.

Cut.

Eine Schüssel gefüllt mit grauen Miniaturköpfen.

Cut

Ji Su Kang-Gatto, How to make Bulgogi, Videostill, 2018.

In mehreren Cuts werden verschiedene Zutaten und Zubehör gezeigt. Was hat es damit auf sich? Ji Su Kang-Gatto geht es weniger um das Ergebnis als um die Prozesshaftigkeit.. Ihre Skulpturen nutzt sie in den Videoarbeiten als Requisiten. Insbesondere die plastischen Arbeiten der Hände „[…] dienen als Symbole, die in verschiedene Richtungen ausgelegt werden können.“ Das macht den Reiz der Videoreihe aus. Das Unvorhersehbare, das Überraschungsmoment, welches durch die Schnittbearbeitung so potenziert wird, dass man sich durch weitere Episoden ihrer Videoreihe klicken möchte.

Das Gefühl von Irritation und Neugierde ist von der Künstlerin intendiert. Die Veröffentlichung ihrer Arbeiten auf YouTube hat sie bewusst gewählt: „In erster Linie möchte ich gehört und gesehen werden.“

Seit letztem Jahr gibt es eine zweite Staffel. Das Projekt startete im ersten Corona-Lockdown, im März 2020 und endete im Sommer des gleichen Jahres, mit den Lockerungen. „Nach einer schrecklichen Zeit vor dem ersten Lockdown, in der ich oft auf offener Straße rassistische Beleidigungen ertragen musste, habe ich mich dann im Lockdown selbst irgendwie verstanden gefühlt. Diese kollektive Einsamkeit hat paradoxer Weise in mir ein Gefühl der Zugehörigkeit ausgelöst, so dass ich spontan eine zweite Staffel initiiert habe, die ich lediglich kuratiert habe. Stattdessen habe ich Freund*innen eingeladen, ein Kochvideo pro Künstler*in oder Künstler*innenkollektiv beizutragen. […].“

 In der Pandemie sind neben der 2. Staffel auch QR-Bilder ihrer Identities und Recipes-Serie entstanden. „Mich amüsierte, dass durch die Pandemie die begrabenen QR-Codes ihr Revival feierten, so dass ich sie passend zu meinem Zweck benutzte.“

Ji Su Kang Gatto, QR-Version - How to make Subak Hwachae, 2020.
Ji Su Kang Gatto, QR-Version – How to make Subak Hwachae, 2020.
Ji Su Kang Gatto, QR-Version - How to cook Samgyetang, 2020.
Ji Su Kang Gatto, QR-Version – How to cook Samgyetang, 2020.
Ji Su Kang Gatto, QR-Version - How to make Bulgogi, 2020.
Ji Su Kang Gatto, QR-Version – How to make Bulgogi, 2020.

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Während ihrem ersten Studium an der Kunstakademie Düsseldorf beschäftigte sie sich insbesondere mit Malerei und Bildhauerei. Damals verspürte Ji Su Kang-Gatto das Bedürfnis ihre fertigen Arbeiten einzusetzen. So gelangte sie zu dem künstlerischen Medium des Videos, welches ihr für eine neue Bildsprache geeignet schien. Jetzt übersetzt sie das Digitale wieder ins Analoge. „Es war schön seit längerer Zeit wieder mit Pinsel und Farbe zu arbeiten […].“

Und für die, die noch mehr über Ji Su Kang-Gatto erfahren wollen, gibt es im Folgenden das gesamte Interview, welches wir mit der Künstlerin geführt haben. Wir danken Ji Su-Kang Gatto sehr für ihre Ehrlichkeit und den spannenden Einblick in ihre Arbeit und hoffen, sie ganz bald in einer Ausstellung zu sehen! Aber solange noch alles geschlossen ist, empfehlen wir Euch in ihre digitale Ausstellung – ihren YouTube Kanal Identities and Recipes – einzutauchen. Scannt hierzu einfach den QR-Code ein und lasst Euch von der koreanischen und “quarantine” Küche überraschen, irritieren und inspirieren! Von Bibimbap, über Quesadilla bis zu Kartoffelpuffern gibt es wirklich viel zu entdecken.

1. Das hier verwendete Zitat sowie alle nachfolgenden Zitate stammen aus dem, am 1.2.2021 geführten Interview mit Ji Su Kang-Gatto
Profil_Ji_Su_Kang-Gatto
Ji Su Kang-Gatto, Foto: privat

Ji Su Kang-Gatto ist 1989 in Seoul, Südkorea geboren und lebt seit 1991 in Deutschland. 2013 schloss sie ihr Studium als Meisterschülerin bei Lucy McKenzie an der Kunstakademie Düsseldorf ab. Von der Kunstakademie Düsseldorf erhielt sie 2012 ein Akademie Stipendium für Malerei; 2016 von der Kunststiftung NRW ein Arbeitsstipendium in Südkorea. Ihre Arbeiten waren unter anderem im NRW-Forum Düsseldorf, in der Stiftung imai und beim Short Film Festival in Berlin zu sehen. Seit 2018 macht sie ein postgraduales Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln.

Im Gespräch mit…Ji Su Kang-Gatto

In deinen Video-Arbeiten setzt du dich mit deiner Identität auseinander, was hast du da herausgefunden? Wie stark ist deine Kunst von deiner Biografie beeinflusst? Was verbindest du mit kochen? 

Das Ganze ist eine Suche. Es ist nicht so, dass ich mich hinsetze und dann beschließe Kunst zu machen oder mich mit meiner Identität auseinander zu setzen. Es ist eher so, dass das Eine die Ursache für das Andere ist und umgekehrt. Meine Arbeit ist biografisch, weil ich vor allem etwas Authentisches produzieren will. Ich werde oft gefragt, ob ich sonst im Alltag auch gern und oft koche. Richtig gern habe ich nie gekocht. Es gibt immer wieder Phasen in denen ich es brauche zu kochen und irgendetwas verarbeiten muss, aber ich koche als Mittel zum Zweck. Mit (koreanischem) Essen verbinde ich Erinnerungen, die grundlegend für die Narration meiner künstlerischen Arbeit sind.

Was interessiert dich an den Themen Identität und Heimat? Würdest du sagen, dass du dich zu einer Kultur (Korea/Deutschland) besonders hingezogen fühlst?

Ehrlich gesagt hatte ich nie das Gefühl die Wahl zu haben zu welcher Kultur ich mich eher hingezogen fühle. Es ist eher so, dass das Gefühl der Ablehnung bestimmend ist. Die Beschäftigung mit der eigenen Identität ist nahezu unumgänglich, da das Gefühl des Fremdseins stets präsent ist. Sowohl in Deutschland als auch in Korea. Meine Familie wohnt mittlerweile seit einigen Jahren wieder in Südkorea. Ich vermisse sie und manchmal habe ich dadurch das trügerische Gefühl Korea zu vermissen. Dem ist aber nicht so. Andererseits bin ich seit meinem zweiten Lebensjahr in Deutschland sozialisiert und Deutsch ist die Sprache in der ich mich am Besten verständigen kann, jedoch habe ich vor allem in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass die von mir empfundene Selbstverständlichkeit hier zu sen, von vielen nur geduldet oder gar abgelehnt wird.

Welche Rolle spielen deine Zuschauer*innen in deinen Videos? Was möchtest du mit deiner Kunst bewirken? 

In erster Linie möchte ich gehört und gesehen werden. Ich hoffe, dass Betrachter*innen etwas empfinden: Neugier, Irritation.

Welche Rolle spielt dein Alltag in deiner Kunst? Wie übersetzt du das Alltägliche in deinen Arbeiten? Wie hat Dich die Corona-Pandemie beeinflusst?

Der Alltag nimmt eher unbewusst Einfluss auf meine Arbeit. Ich habe diese Momente in denen ich die eine oder andere Erinnerung habe, die mich beschäftigt. Das Festhalten in Schriftform, welches wiederum das Grundgerüst für eine Videoarbeit ist, ist zwar dem Tagebuchschreiben ähnlich, jedoch sind es oft Vorkommnisse und Emotionen, die weiter in der Vergangenheit passiert sind und ich erst später einordnen kann.

Nach einer schrecklichen Zeit vor dem ersten Lockdown, in der ich zu oft auf offener Straße rassistische Beleidigungen ertragen musste, habe ich mich dann im Lockdown selbst irgendwie verstanden gefühlt. Diese kollektive Einsamkeit hat paradoxer Weise in mir ein Gefühl der Zugehörigkeit ausgelöst, so dass ich spontan eine zweite Staffel initiiert habe, die ich lediglich kuratiert habe. Stattdessen habe ich Freund*innen eingeladen, ein Kochvideo pro Künstler*in oder Künstler*innenkollektiv beizutragen. Das Projekt startete im ersten Lockdown und endete im Sommer mit den Lockerungen. Mittlerweile sind wir ja im zweiten Lockdown bzw. im Dritten (ich glaube, es war ein fließender Übergang?) und zum jetzigen Zeitpunkt bin ich, wie die Meisten auch, ziemlich genervt.

Woran arbeitest du im Moment?

Vor einer Weile noch habe ich für meine Ausstellung in Seoul an QR-Bildern meiner Identities and Recipes-Serie gearbeitet. Es war schön seit längerer Zeit wieder mit Pinsel und Farbe zu arbeiten. In meinen Videos habe ich meine Skulpturen als Requisiten benutzt. Durch die QR-Bilder habe ich das Digitale wieder ins Analoge übersetzt, dass erst durch das Handy wieder als Video betrachtet werden kann. Mich amüsierte, dass durch die Pandemie die begrabenen QR-Codes ihr Revival feierten, so dass ich sie passend zu meinem Zweck benutzte.

Außerdem schneide ich gerade an meinem Film 8998, den ich glücklicherweise noch im Sommer 2019 gedreht habe. Die Videoarbeit lehnt an den Stil der YouTube-Vlogs an. In 8998 thematisiere ich nicht nur meine Biografie, sondern ebenfalls die meiner Schwester. Während ich in Korea geboren und in Deutschland aufgewachsen bin, ist meine Schwester Ji Hoe, die neun Jahre jünger als ich ist, in Deutschland geboren, aber in Korea aufgewachsen.

Wie bist du zu dem Medium Video und der Performance-Kunst gekommen?

Nachdem ich mich in meinem ersten Studium an der Kunstakademie Düsseldorf vor allem mit Malerei und Bildhauerei beschäftigt habe, hatte ich das Bedürfnis die fertigen Arbeiten einzusetzen. Video erschien mir als Medium für eine neue Bildsprache geeignet. Ich selbst bezeichne mich nicht als Performerin, auch wenn ich die Bezeichnung nachvollziehen kann. Ich bin sowohl Künstlerin als auch Darstellerin meiner Videoarbeiten, da es nahe liegt mich selbst zu zeigen, statt einen Alter Ego zu erschaffen.

In deinen Videos sehen wir immer wieder abstrahierte Zutaten und Kochutensilien. Was hat es damit auf sich, z.B. die Verwendung von Händen und Köpfen..?

Der Prozess ist mir wichtig. Noch wichtiger als das Ergebnis selbst. Ich verwende meine Hände als Symbole, die in verschiedene Richtungen ausgelegt werden können. Sie offenbaren.

Welche Rolle spielen Klänge und Sprache in deiner Kunst? 

Die Stille war mir am Wichtigsten. Sound und Sprache habe ich bis jetzt minimal und sehr gesetzt eingesetzt. Das Bild sollte im Vordergrund stehen. In meiner neuen Arbeit 8998 versuche ich jedoch mit meiner bisherigen Arbeitsweise zu brechen und an einigen Stellen einen anderen Umgang mit Sound und Sprache zu finden.

Wo siehst du dich als Künstlerin? Wo siehst Du Dich in deinem künstlerischen Schaffen in 10 Jahren?

Ich werde es weiterhin tun.

Was sind deine Erfahrungen als junge Künstlerin? Hast du das Gefühl, dass dein Geschlecht, dich als Künstlerin in gewisser Weise benachteiligt?

Selbstverständlich ist das der Fall. Frauen und BPOCs sind vor allem in den großen Museen unterrepräsentiert. Außerdem benachteiligt allein die Kinder-Frage Künstlerinnen.

Podcast

Für noch mehr Beiträge zur aktuellen Auseinandersetzung zum Thema der Stellung der Frau im Sektor Kunst haben wir einen Podcast für euch zusammengestellt. Zu Gast ist bei uns ist die Leitung des Künstlerinnenprojekts Goldrausch in Berlin Hannah Kruse. Sie wird uns in dem Interview nicht nur über das Projekt selbst, sondern auch von ihren eigenen Erfahrungen in der Kunstwelt erzählen.

Natürlich bleibt es aber auch auf diesem Kanal nicht still. Das nächste Thema stellen euch Helene, Arina und Ingrid vor. Es geht zurück in die Zeit ins 18. und 19. Jahrhundert, aus dem euch die wichtigsten Frauenfiguren Ihrer Zeit präsentiert werden. Besucht gerne auch unseren Instagramkanal @artherstories für weiteren visuellen Input zum Thema!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Wow, this post is pleasant, my younger sister is analyzing these kinds of things, therefore I am going to tell her.| Harrietta Murdoch Eliot

    1. Theresa Strebling

      We’re happy to hear that!

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