Black Women Artists

„Black women have had to develop a larger vision of our society than perhaps any other group. They have had to understand white men, white women, and Black men. And they have had to understand themselves. When Black women win victories, it is a boost for virtually every segment of society. – Angela Davis

Künstlerinnen, Aktivistinnen, Inspirationsquellen: Mit Howardena Pindell, Betye Saar und Faith Ringgold stellen wir Euch drei Perspektiven vor, die maßgeblich dazu beigetragen haben, Generationen von jungen Schwarzen Künstler:innen den Weg zu ebnen. Heute befinden sich ihre Arbeiten zwar weniger in deutschen, zumindest aber u.a. in großen New Yorker Museumssammlungen. Ihre Kunstwerke, die von Gemälden und Assemblagen über Bücher bis zu Performances reichen, leisten vor allem einen wichtigen Beitrag zu Themen wie Ethnie, Gewalt und Rassismus.

Faith Ringgold, Betye Saar und Howardena Pindell © Katharina Kempf

Howardena Pindell

Howardena Pindell wurde 1943 in Philadelphia geboren und studierte Malerei an der Boston University sowie der Yale University. Nach ihrem Studium lebte und arbeitete sie in New York. 1967 war sie die erste Schwarze Frau, die Teil des Kurator:innenteams des Museum of Modern Art (MoMA) wurde. [1] Zudem war Howardena Pindell die Einzige nicht weiße Mitbegründerin der A.I.R. Gallery in New York, welche ausschließlich von Künstlerinnen zur Unterstützung von Frauen* und nicht-binären Menschen in der Kunstwelt 1972 gegründet wurde. [2] Das Jahr 1979 war ein sehr bedeutendes Jahr für Howardena Pindell. Zum einen kündigte sie ihren Job am MoMA, nachdem sie gegen den Gebrauch von rassistischer Sprache in Ausstellungen demonstriert hatte. Pindell wurde bewusst, dass sie sich von der weißen Kunstwelt distanzieren musste, und begann, an der Stone Broke zu unterrichten. Dort ist sie bis heute Professorin und Inspirationsquelle für viele Student:innen. Zum anderen hatte sie im selben Jahr einen fast tödlichen Autounfall. Aus diesem einschneidenden Erlebnis heraus resultierte ihre Entscheidung, sich in ihren künstlerischen Arbeiten mit politischen, rassistischen und gesellschaftskritischen Themen auseinander zu setzen, um jenen eine Stimme zu schenken, die zu oft nicht gehört werden. [3]

[1]  https://www.howardenapindell.org (letzter Zugriff: 11.02.2021).

[2] https://www.youtube.com/watch?v=hGs79Z5ZQs0 (letzter Zugriff: 11.02.2021).

[3] https://news.artnet.com/exhibitions/howardena-pindell-1566139 (letzter Zugriff: 11.02.2021).

„I decided to make works that were autobiographical as well as addressing wider issues. I thought: You never know when you’re going to wake up dead! I wanted to speak out against racism in America and in the art world.” – Howardena Pindell

In ihrer Videoperformance free white and 21 von 1980 setzt sich Howardena Pindell mit gesellschaftlichem, systematischem Rassismus auseinander und schildert ihre ganz persönlichen Erlebnisse. Gleichzeitig agiert sie auch als  Dialogpartnerin und reagiert auf die Erzählungen. Die Videoperformance ist aus heutiger Sicht eine anregende und wichtige Arbeit Pindells, die damals jedoch vor allem auch Ablehnung erfahren hat. [4]

„The general reaction was pretty hostile, dealing with the black body back then? Forget it. People didn’t want to talk about racism.” – Howardena Pindell

Auch in ihrer figurativen Malerei setzt sich Howardena Pindell mit Rassismus, Sexismus, Genoziden, Sklaverei und vielen weiteren sensiblen Themen auseinander. In ihrer Arbeit Seperate but Equal Genocide: AIDS (1991-92) listet sie die Namen der Kinder, die von der AIDS-Krise betroffen waren, auf. Sie hebt mit dieser Arbeit den existierende Rassismus innerhalb Nordamerikas hervor. Eine Flagge ist Schwarz und die andere Weiß/Silber dargestellt. [5] Während der AIDS-Krise erhielten weiße Menschen eine bessere medizinische Behandlung als Schwarze Menschen. Dennoch starben alle, unabhängig von ihrer Geschichten oder Privilegien, gleichermaßen an der Krankheit. Diese Arbeit entstand nicht nur als Reflektion über Rassismus und den Umgang der Gesellschaft mit der AIDS-Krise, sondern ist auch mit ihrer persönlichen Geschichte in Verbindung zu bringen, da ihr Cousin ebenfalls an AIDS erkrankte. [6]

Howardena Pindell, Separate but Equal Genocide: AIDS, 1991-92, Mixed media auf Leinwand, 191,77 x 231,14 cm © Howardena Pindell
Howardena Pindell, Carnival: Rio Samba School, Brazil, 2018-19, Mixed media auf Leinwand, 104,1 x 210,8 cm, Privatsammlung © Howardena Pindell

Mit ihren abstrakten Gemälden stellt sie eine Balance zu den emotionalen, belastenden Themen in ihren figurativen Arbeiten her. Für Pindell sind ihre abstrakten Werke ein Ort des Friedens. Dabei spielt der Kreis eine zentrale und stets anwesende Rolle sowie das Zerstören und Neuanordnen der geometrischen Form in eine dreidimensionale Ebene. In den abstrakten Arbeiten geht es Howardena Pindell um das Spielen mit Materialität und Farbe. [7] Auch die Art und Weise, wie sie in beiden Bereichen ihrer Malerei mit dem Format der Werke umgeht, ist besonders. Sie orientiert sich nicht an dem konventionellen Rahmen der Malerei, sondern interessiert sich vielmehr dafür, wie der Rahmen über seine entstehende Materialität eine Beziehung mit der flachen Wand eingeht, auf der er sich frei bewegen kann. [8]

[7] https://news.artnet.com/exhibitions/howardena-pindell-1566139 (letzter Zugriff: 11.02.2021).

[8] https://www.youtube.com/watch?v=hGs79Z5ZQs0 (letzter Zugriff: 11.02.2021).

In ihrer Arbeit setzt sich Howardena Pindell bis heute mit wichtigen Themen auseinander, ihr derzeitige Ausstellung Rope/Fire/Water kann bis April 2021 im The Shed in New York besucht werden. Die Ausstellung zeigt Arbeiten, die sich u.a. mit Christoph Kolumbus und dessen Verbrechen an indigenen Völkern auseinandersetzen sowie deren Auswirkung und Folgen, die bis in die Gegenwart reichen. Howardena Pindell thematisiert in Rope/Fire/Water einen unverblümten, anderen Blickwinkel auf die Geschichte. Gleichzeitig entsteht in der Ausstellung eine Balance zwischen figurativen und abstrakten Werken, die zwischenzeitlich dem Geiste etwas Frieden von der menschlichen Grausamkeit schenken. [9]

Text: Lorraine Etimiri

Betye Saar

Baumwolle, Acrylfarbe, gefundener Nippes. Mehr braucht es nicht, um ein Denkmal für Antirassismus zu schaffen, und die Ziele der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung zu visualisieren.

Seit mittlerweile über sechzig Jahren ist Betye Saar (*1926 in Los Angeles, Kalifornien) als Künstlerin und Aktivistin tätig, engagierte sich sowohl für die Black Panther als auch für die Frauenbewegung. Heute befinden sich die Arbeiten der inzwischen 94-Jährigen in zahlreichen US-amerikanischen Museen und seit Kurzem sogar in einer öffentlichen deutschen Sammlung: 2020 ist Betye Saar mit dem Wolfgang-Hahn-Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet worden und im Zuge dessen wurde die Arbeit The Divine Face (dt.: Das göttliche Antlitz) für die Sammlung des Museum Ludwig angekauft. (Die Verleihung sowie die damit verbundene Präsentation konnten aufgrund der weltweiten Pandemie bislang nicht stattfinden.)

Betye Saar in ihrem Atelier, 2019 © Courtesy der Künstlerin und Roberts Projects Los Angeles, Foto: David Sprague
Betye Saar, The Divine Face, 1971, Assemblage, Leder, Holz, Schnüre, Knochen, Schlangenhaut, Federn, Acrylfarbe und Tinte, 106,7 x 56,5 x 1 cm, Museum Ludwig, Köln, Foto: Robert Wedemeyer

Die 1971 entstandene Assemblage ist Teil von Saars sogenannter Mojo-Serie. Das Wort „Mojo“ eröffnet dabei allein durch seine unterschiedlichen Bedeutungen viele Interpretationszugänge. Einerseits existiert „Mojo“ als Spitzname für aus Afrika stammende Menschen, andererseits steht das Wort auch für einen Zauber. Letztere Bedeutung hat vor allem durch den Bluessong Got My Mojo Working (1956) große Bekanntheit erlangt. Darin versucht ein Mann vergeblich, die Liebe einer Frau zu gewinnen, indem er sie mit einem Mojo, also einem Zauber, belegt. Inspiriert durch die äthiopische Bildwelt, greift Saar eben jenen Glauben an Übernatürlichkeit in The Divine Face auf.

Während das linke Auge gen Himmel gerichtet ist, blickt das rechte zu Boden. Der göttliche Blick vermag also gleichzeitig das Irdische wie das Himmlische zu sehen. Die Allmächtigkeit dieses Blicks strahlt durch die spitzen und halbrunden, kleeblattförmigen Ornamente in alle Richtungen. Doch nicht nur das göttliche Gesicht, das auf braunes Kuhleder gemalt worden ist, sondern auch die Medialität des Kunstwerks selbst bewegt sich zwischen einer westlich-vertrauten Sehgewohnheit – man denke nur an nebeneinander hängende Gemälde – und einer künstlerischen Praxis, die unterschiedliche (gefundene) Gegenstände miteinander kombiniert. Diese objets trouvés bilden die Grundlage für Saars Schaffen. Was entsteht, ist eine Kunst, die die Schwellen verschiedenster Kulturen und Kunstvorstellungen erfahrbar macht.

Betye Saar, The Divine Face (Detail), 1971
Betye Saar, Black Girl's Window, 1969, Fensterrahmen aus Holz, lackiert, ausgeschnittenes gedrucktes und bemaltes Papier, Daguerreotypie, linsenförmiger Druck und Figur aus Kunststoff, 90,8 x 45,7 x 3,8 cm, Museum of Modern Art, New York, Foto: Rob Gerhardt

Die Idee für das Medium der Assemblage kam Betye Saar 1967, als sie eine Ausstellung von Joseph Cornell im Pasadena Art Museum sah. (Davor arbeitete sie vor allem in den Bereichen Design und Grafik.) Eine ihrer ersten Arbeiten in diesem neu entdeckten Medium ist Black Girl’s Window (1969). Den darin verwendeten alten Fensterrahmen, der neun kleine Bildsegmente im oberen Bereich und ein großes im unteren Bereich einfasst, fand die Künstlerin einige Jahre zuvor während eines Urlaubs am Big Bear Lake in San Bernadino (Kalifornien). Neben den zahlreichen astrologischen und magischen Symbolen ist es vor allem die schwarze Silhouette des Mädchens, die die Aufmerksamkeit weckt. Ihre Handinnenflächen sowie ihr Gesicht sind gegen das Glas gepresst, während die blauen Augen, die Saar aus einer Scherzbrille ausgeschnitten hat, den Blick der Vorübergehenden zu erwidern scheinen. [10]

[10] Vgl. Adler / Cherix 2019, S. 2 ff.

Angesichts des fortdauernden Kampfes der Schwarzen US-amerikanischen Bevölkerung um Gleichberechtigung, angeführt durch die Bürgerrechtsbewegung, überwindet Saar wenig später die Rolle der stummen Beobachterin und schafft ihre bislang bekannteste Arbeit: die gerade einmal knapp 30 cm hohe Assemblage The Liberation of Aunt Jemima (1972). Diese entstand auf der Basis eines alten Küchennotizblocks mit der stereotypen Figur einer Schwarzen Hausangestellten. Zusätzlich zu dem Besen bewaffnet Saar die Frau jedoch mit einem Gewehr und einer Handgranate und verwandelt sie so in eine Kriegerin. Der tapetenähnliche Hintergrund, der überzogen ist mit dem lächelnden Gesicht der titelgebenden Lilian Richard alias Aunt Jemima, der Figur aus einer bekannten Pancakewerbung, die Baumwolle, die wie ein mystischer Nebel anmutet, und die Sammelkarte aus dem 19. Jahrhundert, die an der Stelle des ursprünglichen Notizblocks einfügt worden ist – all diese Elemente erinnern noch an die koloniale Vergangenheit. [11] Mithilfe der Faust, die sich unmittelbar davor zum Black-Power-Gruß erhebt, überlagert Saar aber bewusst das rassistische Genderklischee der „Southern mammy“, mehr noch, sie bricht es, denn, wie die bewaffnete Frau, ist auch die Faust als ein Aufruf zur Tat zu verstehen. Dass dieser künstlerische Aktivismus bei Betye Saars Assemblage auf gewaltfreie Weise erfolgt, erklärt Christophe Cherix, Chief Curator of Drawings and Prints am MoMA und Gastjuror des 26. Wolfgang-Hahn-Preis wie folgt:

„Trotz seiner Stärke übt das Werk keine direkte Gewalt gegen die Symbole von Vorurteil und Diskriminierung aus, die es sich wiederangeeignet hat. Seine Botschaft handelt am Ende nicht von Zerstörung oder Auslöschung, sondern von Erinnerung und Ermächtigung.“ [12]

[11] Vgl. Godfrey/Whitley 2017, S. 110.

[12] Cherix  2020, S. 14.

Betye Saar, The Liberation of Aunt Jemima, 1972, Assemblage aus verschiedenen Materialien, 29,85 x 20,32 x 7 cm, Berkeley Art Museum and Pacific Film Archive, Berkeley (Kalifornien), Foto: Benjamin Blackwell

Tatsächlich hat die wahre Befreiung von Aunt Jemima jedoch erst im Juni 2020 stattgefunden, ausgelöst durch die weltweiten Debatten um strukturellen und institutionellen Rassismus infolge der Tötung von George Floyd. Auf die Ankündigung des Herstellers, das Jemima-Motiv künftig nicht mehr zu verwenden, reagierte Betye Saar prompt auf Instagram, indem sie ein Foto ihres Kunstwerks mit den Worten postete:

„She’s liberated! Finally at long last! And it’s about time!“

Text: Gian Marco Hölk

Faith Ringgold

Geboren am o8. Oktober 1930 in Harlem, New York City, erlebte Faith Willi Jones, später Ringgold, gerade noch das Ende der Harlem Renaissance. Zum ersten Mal präsentierten afroamerikanische Künstler:innen ihre Sicht der Dinge und zelebrierten in Kunst, Musik und Literatur die Great Migration. In Faiths  Nachbarschaft lebten hochkarätige Persönlichkeiten wie Thurgood Marshall, Dinah Washington, Mary McLeod Bethune, Aaron Douglas und Duke Ellington, die ihr zeigten, was es hieß, an sich selbst zu glauben. [13]

[13] https://www.faithringgold.com/about-faith/ (letzter Zugriff: 15.02.2021) und https://www.youtube.com/watch?v=g5tbIjNwyrg (letzter Zugriff: 31.01.2021).

Faith Ringgold, Foto: Jill Mead/The Guardian

„Like all artists and writers, I am both enriched and limited by what I know and have experienced. In other words, my books and my art are based on my life’s experience. I am, as you know, a Black woman in America.” – Faith Ringgold

Neben zahlreichen feministischen und antirassistischen Organisationen wie Black Art Liberation, The National Black Feminist Organization und Where We At, bei denen Faith Mitbegründerin war, setzte sie sich für die Rechte Schwarzer Menschen in den USA ein, nahm an Demonstrationen teil, malte Protestschilder für Angela Davis und die Black Panther Party. Im Zuge dessen wurde auch ihre Kunst politischer. Eine ihrer bekanntesten Arbeiten ist die aus insgesamt 20 Gemälden bestehende American People Series, die die Beziehung zwischen weißen und Schwarzen Menschen in den USA thematisiert. Das letzte Gemälde stellte sie im Jahr 1967 fertig. Es trägt den Titel Die und ist heute im Museum of Modern Art ausgestellt. Es zeigt den narrativen Höhepunkt der Serie, in dem der Rassismus und die Unterdrückung in Gewalt eskaliert. [14]

[14] https://www.youtube.com/watch?v=Fq6jgQ6HrDo&t=3900s (letzter Zugriff: 31.01.2021).

Über die Aufstände der 1960er Jahre wurde weder im Fernsehen noch in der Zeitung oder im Radio berichtet. Es gab kaum Fotos, es wurde kein Blut gezeigt. Auf den Straßen waren die Menschen mittendrin, sahen  Verwundete, Tote und Polizeigewalt. Dann kamen sie nach Hause, schalteten den Fernseher ein und all das wurde mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt. Faith Ringgold wollte ein Werk schaffen, in welchem sie das Leid, den Schmerz, die Verzweiflung und das Blut zeigt, dokumentiert und den Menschen diese Brutalität vor Augen führt.

Faith Ringgold, American People Series #20: Die, 1967, Öl auf Leinwand, 182 x 365 cm, Museum of Modern Art, New York

Es geht immer nur darum, die eigene Position in der Gesellschaft zu verteidigen, die Einen kämpfen, die Anderen fliehen, jeder ist involviert und verletzt, niemand kommt unversehrt da raus. Auf den ersten Blick steht die Gewalt im Kontrast zu den vornehm gekleideten Personen. Faith möchte jedoch genau diese Wirkung bezwecken: Es sind nicht nur Menschen aus ärmlichen Verhältnissen, die an den Aufständen beteiligt sind, die Geschäfte plündern und Autos anzünden. Rassismus ist der Ursprung dieser Gewalt, wovon keine Gesellschaftsklasse ausgenommen ist.

Inspiriert wurde sie von Pablo Picassos Gemälde Guernica aus dem Jahr 1937. Gernika ist eine Stadt in der Nähe von Bilbao im Norden Spaniens und wurde im April 1937 während des spanischen Bürgerkriegs völlig willkürlich von den Deutschen angegriffen, wobei die Stadt aus Flugzeugen heraus mit Sprengkörpern bombardiert wurde.

Den Krieg, die Zerstörung, die ungezügelte Verzweiflung visualisierte Picasso in seinem Werk. Guernica hing zwischen 1939 und 1982 im MoMA und Faith Ringgold ging fast jede Woche ins Museum, um es sich anzuschauen.
Was die beiden Bilder gemeinsam haben, ist die Bewegung und das Durcheinander. Die Figuren sind mittendrin, wissen nicht, was sie tun sollen, reagieren einfach auf das, was passiert. Zwischen all dem Chaos kauern im Zentrum der Szene ein weißer Junge und ein Schwarzes Mädchen auf dem Boden nebeneinander und halten sich im Arm, umrahmt von toten oder kämpfenden Menschen. Die Kinder sind die einzig unschuldigen Opfer. Für sie zählt nur der Schutz. [15]

[15] Vgl.  MoMA Highlights 2019.

Pablo Picasso, Guernica, 1937, Öl auf Leinwand, 349,3 x 776,6 cm, Madrid, Museo Reina Sofia. https://www.museoreinasofia.es/coleccion/obra/guernica letzter Zugriff am 18.02.21

„I want you to be upset. You’re not supposed to see people rioting and killing each other or even know that they are hating each other without being upset. This was going on then and it’s happening again now. Every time I see one of those big riots in the streets here today, I think back to Die.” – Faith Ringgold

Faith Ringgold hat über 75 Auszeichnungen, Stipendien, Zitationen und Ehrungen erhalten, darunter 17 Ehrendoktorwürden. Sie ist nicht nur eine Multimedia-Künstlerin, sondern auch eine bedeutende Aktivistin, Autorin und Kunstprofessorin und Vorbild. Heute ist sie 90 Jahre alt und lebt in Englewood, New Jersey. [16]

[16] https://www.faithringgold.com/about-faith/ (letzter Zugriff: 15.02.2021).

Text: Katharina Kempf

Literatur

Adler, Esther / Cherix, Christophe, Betye Saar. Black Girl’s Window, New York 2019.

Cugini, Carla (Hg.), Betye Saar. Wolfgang-Hahn-Preis 2020, Köln 2020.

Farrington, Lisa E. / Ringgold, Faith, Art on Fire: The Politics of Race and sex in the Paintings of Faith Ringgold, New York 1998.

Godfrey, Mark / Whitley, Zoé (Hg.), Soul of a Nation. Art in the Age of Black Power, London 2017.

Museum of Modern Art (Hg.): MoMA Highlights. 375 Works from The Museum of Modern Art, New York 2019.

Ringgold, Faith, We flew over the bridge: The memoirs of Faith Ringgold, New York 2005.

Online-Ressourcen

An Evening with Faith Ringgold – MoMA LIVE, The Museum of Modern Art, 2016:
https://www.youtube.com/watch?v=Fq6jgQ6HrDo&t=3900s (letzter Zugriff: 31.01.2021).

Faith Ringgold: In Conversation – Tate Talks, Tate, 2018:
https://www.youtube.com/watch?v=g5tbIjNwyrg (letzter Zugriff: 31.01.2021).

Frieze Masters: Press Release, 2019:
https://www.garthgreenan.com/exhibitions/friezemasters4/press-release (letzter Zugriff: 11.02.2021).

Judah, Hettie: ‘I’m Staying Away From Trump as Subject Matter’: American Artist Howardena Pindell on How She Balances Her Abstract and Political Work, 2019:
https://news.artnet.com/exhibitions/howardena-pindell-1566139 (letzter Zugriff: 11.02.2021).

Panel Discussion: Painting Free: In Conversation with Howardena Pindell, 2018:
https://www.youtube.com/watch?v=hGs79Z5ZQs0 (letzter Zugriff: 11.02.2021).

Pindell, Howardena: Biography:
https://www.howardenapindell.org (letzter Zugriff: 11.02.2021).

Sayej, Nadja: Artist Howardena Pindell on understanding „the trauma of racism”, 2020:
https://www.theguardian.com/artanddesign/2020/nov/02/howardena-pindell-art-racism  (letzter Zugriff: 11.02.2021).

Talk: Howardena Pindell in Conversation with Naomi Beckwith and Valerie Cassel Oliver, 2018:
https://www.youtube.com/watch?v=V_vHJyGoMqI&t=1030s (letzter Zugriff: 11.02.2021).

https://www.faithringgold.com/about-faith/ (letzter Zugriff: 15.02.2021).

https://www.moma.org/artists/7066#fnref:1 (letzter Zugriff: 31.01.2021).

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